Eure wundervolle Musikzeitung aus Harsewinkel

The Fast Forwards

Gabriel im Interview

Musik wie Mando Diao und deren Vorbilder, so haben wir sie im letzten Heft stilisiert: The Fast Forwards aus Stockholm. Über den Innovationswert ihrer Musik kann man wirklich streiten, jedoch nicht über die Güte der Musik. Angesichts der großen Wandlungen der Musikindustrie heute durchlebt, erzählt uns Gabriel (links im Bild) über Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft einer jungen, aufstrebenden, schwedischen Band.

The Fast Forwards

The Fast Forwards


Wie schätzt du die Entwicklung bis jetzt ein?
Es ist viel härter geworden, wirtschaftlich Erfolg zu haben. Da die Musik umsonst ist, haben die Labels viel Geld verloren, also investieren sie mehr in „sichere“ Bands. Indie Bands kommen da nicht so gut bei weg.
Was hältst du von Downloads?
Durch Downloads kann man leichter bekannt werden, wenn man gut ist. Nur die besten Bands werden das schaffen. Sie müssen für Erfolg hart kämpfen.
Ich kaufe Musik zwar auch mal online, aber ich bevorzuge das physische Produkt. Mp3-Files werden nie den Geruch eines neuen CD-Booklets schlagen können.
Wie wird die Musikindustrie in 50 Jahren aussehen?
Musik übers Internet zu kaufen wird einfacher und üblicher werden. Es kann sich so viel ändern… Ich weiß jedenfalls, dass ich versuchen werde, ebenso gute Lieder zu schreiben wie jetzt, und dann werden sie vielleicht noch in 50 Jahren gesungen. Das würde mir gefallen : )
Wollt ihr versuchen, von der Musik zu leben, auch wenn das immer schwerer wird?
Ja. Wir lieben es, Musik zu machen, und selbst wenn wirs nicht schaffen, würden wir wahrscheinlich noch spielen. Wir wollen von dem leben, was wir lieben. So werde ich bestimmt nie in einem Büro sitzen und den ganzen Tag lang Papiere falten. Ich werde weiter Musik schreiben.
Was würdest du möglichen Enkelkindern über das Leben eines Musikers in 2008 erzählen?
Ich würde sie fragen, was sie wissen wollen. Ich kann jetzt keine Einzelheiten nennen, aber es wäre was, was mir passiert ist. So was wie: „Ach, 2008. Das war das Jahr, in dem wir unseren ersten Management-Vertrag (oder hoffentlich auch ersten Record-Deal) unterzeichnet haben“
Was ist das Schlimmste am Phänomen Musik?
Ich denke, dass das Zerstörende an der Musik das Schlimmste ist. Drogen und Alkohol sind immer mit im Spiel und darauf muss man vorbereitet sein. Man stelle sich eine Tour von 16 Shows an 20 Tagen vor. 2 Bier vor jedem Gig, 2 Bier auf der Bühne und 3 Bier nach der Show. Auf jeder Show 7 Bier. Das sind 112 Bier an 20 Tagen. Nicht sehr gesund. Leute neigen dazu, das zu romantisieren und es „Rock’n’Roll-Live“ zu nennen.
Das ist doch Müll!
The Fast Forwards, oder wenigstens Gabriel, sind offensichtlich sehr bodenständig und vernünftig. Trotzdem wollen sie hoch hinaus. Das soll auch der Name ausdrücken, sie wollen nicht im stockholmer Underground stecken bleiben wie so viele andere, sondern schnell weiterkommen. Also arbeiten sie hart und gewissenhaft. Jeder Song ist ihnen von persönlicher Bedeutung, nur so können sie sie auch gut rüberbringen. „Musik zu schreiben, heißt sich selbst auszudrücken, nicht um leere Wörter zusammen zu schreiben, auf dass sie sich reimen.“
Außergewöhnlich an sich finden sie, dass alle Mitglieder singen, weil sie Gesangsharmonien mögen. Außerdem haben sie „starke Refrains und machen Spaß beim Zuschauen!“
The Fast Forwards